| Alltägliche und ungewöhnliche Frauen |
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| Projekte - Abgeschlossene Projekte | |||
| Dienstag, den 01. Januar 2008 um 01:00 Uhr | |||
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Projektbeschreibung Situationsbeschreibung Das Friedrichsgymnasium Frankfurt(Oder) – ältestes humanistisches Gymnasium im Land Brandenburg – wird im Schuljahr 2007/08 nur noch eine 13. Jahrgangsstufe unterrichten und ist somit danach geschlossen! Seit 1999 führen wir ohne Unterbrechung Partnerschaftsbegegnungnen zwischen deutschen, jüdischen, arabischen und nun auch polnischen Schülern durch. Mit dieser Bewerbung versuchen wir das Projekt „Building Bridges“ an einer anderen Schule der Stadt als Standort zu installieren. Seit nunmehr 2 Jahren sind auch zwei andere Gymnasien der Stadt intensiv in Begegnungen einbezogen. Durch die Umbildung des Fördervereins Friedrichsgymnasium in den Verein „Building Bridges – FG e.V.“ haben wir Weichen für die Zukunft gestellt, benötigen aber Unterstützung zur Begegnung für die nächsten Jahre. Zentral wollen wir die Biografien von vier Frauen in den Mittelpunkt stellen und ihren Einsatz für Menschlichkeit und Versöhnung im alltäglichen Leben dokumentieren. Dabei geht es um alltägliche und ungewöhnliche Frauenschicksale, wobei der Fokus noch auf historische Dimensionen gelegt ist. Wir wollen außerdem dabei eine Verbindung zu unseren Müttern und Großmüttern und ihre Lebenswege untersuchen und eventuelle Verbindungen dokumentieren. Das soll in den Vorbereitungsphasen jeweils in Israel und Frankfurt(Oder)/Slubice geschehen. Bei den Begegnungen stehen dann nachfolgende Frauen im Zentrum der Arbeit: Über unsere ehemalige Teilnehmerin und heutige Freiwillige in Israel Emmy Kuck haben wir in Haifa den direkten Kontakt zu Überlebenden des Holocaust. Frau Dr. Isa Sarid, geboren in Rumänien als Tochter einer deutschen Mutter und eines rumänischen Vaters, emigrierte 1928 mit ihrer Familie nach Südafrika und kam dort durch ihren Großonkel Hermann Kallenbach mit den Theorien Ghandi’s in Kontakt. 1953 ging sie mit ihrer Mutter und ihrem zweiten Mann nach Israel. Im Gegensatz zur damals in Südafrika vorherrschenden Meinung gab es für sie keinen Unterschied zwischen den Menschen, im Gegensatz, ihre Familie lebte die Gleichberechtigung zwischen schwarz und weiß. In den 1970er Jahren engagierte sie sich in einer lokalen Frauenrechtsorganisaion, die sich u.a. zum Ziel gesetzt hatte, ein Frauenhaus in Haifa zu errichten, was dann 1977 auch geschah. Das besondere an dieser Frauenrechtsorganisation ist, dass sowohl jüdische, als auch christliche und muslimische Frauen Hand in Hand arbeiten und dies sich im Frauenhaus ebenfalls wiederspiegelt. Sie ist Mutter einer ganzen Familie von Vegetariern und setzt damit eine Familientradition fort, die ihre Mutter begonnen hatte, nachdem sie in Südafrika mit Gandhi in Berührung gekommen ist. Noch bis heute hat sie Kontakt zu Vertretern des Gandhi Instituts in Berlin, sowie vielen weiteren Institutionen, die sich den Forschungen über die Person Gandhi oder Verbreitungen seiner Ideen widmen. Miriam Nußbaum, geboren in Krakau, verlor ihre Mutter in einem Konzentrationslager und lebt heute in Haifa. Bei ihr geht es vor allem um den Bezug zu Polen – wie sie umgeht mit ihrem menschlichen Verlust und trotzdem Familienmutter sein konnte und Geschichte für sich bearbeitet. Aus Gessprächen mit Emmy Kuck wissen wir, dass sie keine positive Beziehung zu Polen mehr hat und das ist für unsere polnischen Partner sehr interessant und für uns als Deutsche ebenfalls. Ihr Eisnatz für Menschlichkeit reusltiert für uns aus der Tatsache, dass sie ihre Mutter im KZ verlor, aber trotzdem offen ist für Gespräche mit uns. Unsere polnischen Partner sind gespannt auf diese Begegnung und es bedarf der Vorbereitungen auch angesichts der gegenwärtigen deutsch-polnischen Beziehungen. Beide Frauen werden von Emmy Kuck in Haifa betreut und sie bereitet die dann durchzuführenden Gespräche bei der Begegnung in Israel mit ihnen vor. In diesem Sommer sind bereits zwei Projektteilnehmer des letzten Jahres zu einem 6wöchigen Aufenthelt in Israel und werden Gesspräche mit den beiden Frauen führen und eine gewisse Vorarbeit leisten. Iman Abufani lebt in Israel als arabische Israelin und kommt aus einer moslimischen Familie. Da wir mit ihr seit 2 Jahren Projekte durchführen ist uns auch ihre Seite sehr wichtig. Ihre Schwestern sind traditionell erzogen. Iman geht andere Wege – wenn auch zögernd. Stets ist sie interessiert daran, dass zwischen allen Projektteilnehmern Gleichberechtigung existiert. Sie ist Mitorganisatorin der Begegnungen und sehr engagiert in der Verständigung zwischen Arabern und Juden. Uns interessiert hierbei besonders die Frage, ob die Heirat einer Frau mit einem Mann entsprechende Folgen für Menschlichkeit und Engagement in schwierigen Zeiten und Situationen nach sich ziehen kann. Oftmals konnten wir feststellen, dass sie sich als Mensch zweiter Klasse behandelt fühlt und trotzdem den Weg der Gemeinsamkeit mit uns, den Polen und den jüdischen Israslis sucht. Ihre Motive wollen wir dokumentieren. Rachel Man, geboren in Wien, verlor ihre Eltern in Auschwitz. In Israel hatten wir bisher mehrere Kontakt mit ihr und auch sie hat uns in Deutschland mit ihrem Sohn besucht. Dabei hat sie uns immer wieder ermahnt, unser Projekt weiterzuführen, um diese dunkle Geschichte der Nazizeit zu verarbeiten. Ihr Einsatz für Menschlichkeit ist für uns wichtigt, das sie völlig unvoreingenomme uns gegenüber ist und uns bei unserem Projekt begleitet. Ihre Motive wollen wir tiefgründiger beleuchten und vielleicht über das Alltägliche in ihrem Leben Ungewöhnliches zu erfahren. So u.a. wie sie trotz Auschwitz uns gegenüber eine große Aufgeschlossenheit zeigt. Dies dürfte für die Jugendlichen sehr wichtig sein und zeugt von Menschlichkeit – trotz schwieriger Zeiten, oder auch wegen dieser?! Bei all unseren Untersuchungen wird es um „alltägliche“ Frauen und „ungewöhnliche“ Frauen gehen. Also, was im Alltäglichen auch ungewöhnlich ist – wir dies aber oftmals nicht wahrnehmen oder nicht kennen. Die Grenzziehung zwischen diesen beiden Seiten gilt es zu erforschen – wenn es sie gibt. Dabei ist dann auch der Teil der eigenen Familiengeschichten für uns spannend – denn hier wird es zu Vergleichen kommen, die die Jugendlichen zu Bewertungen herausfordern. Motive für das Handeln in schwierigen Zeiten gilt es also zu hinterfragen. Unser Projekttitel: ALLTÄGLICH UND UNGEWÖHNLICHE FRAUEN soll die vielfältigen Schnittstellen zwischen unseren Familien und ungewöhnlichen Frauen verdeutlichen. Durch weitere Erforschung im Umfeld unserer Heimatorte erhoffen wir, dass wir durch Erforschung unserer Familien plötzlich von den sogenannten „alltäglichen“ Frauen auf auf weitere „ungewöhnliche“ Frauen stoßen. Dabei sind die Erfahrungen des Alltags mit ungewöhnlichen Handlungsituationen für uns von Bedeutung. Die deutschen Großmütter und Mütter haben z.T. die Hitlerzeit erlebt und auch die DDR, die polnischen Großmütter und Mütter den 2. Weltkrieg und das Nachkriegspolen bis zum Fall des Eisernen Vorhangs und unsere Partner in Israel meistern täglich als Frauen und Mütter ihr Leben und das ihrer Familien - damals wie heute - trotz kriegerischer Auseinandersetzung besonders auch heute, wo es gilt sich mutig für Menschlichkeit und Versöhnung, für den Frieden und die Wahrung von Menschenrechten einzusetzen. Beendet am: 30.09.2008
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