| Mittelweg |
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| Projekte - Abgeschlossene Projekte | |||
| Donnerstag, den 15. November 2007 um 01:00 Uhr | |||
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Ein Angebot für gewaltauffällige Jugendliche aus der politisch motivierten Szene Das Projekt richtet sich an männliche und weibliche Jugendliche im Alter von vorwiegend 16-25 Jahren in Frankfurt (Oder). Die Teilnehmer besuchen Schulen, befinden sich in Ausbildung/ Arbeit oder sind arbeitslos. Sie haben
Ø bereits eine/ mehrere politisch motivierte Straftaten begangen oder Ø sind gewaltbereit und –auffällig, ohne politische Motivation
Die bundesweit bekannten Ereignisse der letzten Zeit haben das Land Brandenburg durch die Anzahl politisch motivierter Straftaten insbesondere Jugendlicher in ein schlechtes Licht gerückt. Frankfurt (Oder) als Grenzstadt zum EU- Nachbarn Polen stellt einen sensiblen Brennpunkt dar, weil die Stadt in besonderem Maße im Blickfeld der Öffentlichkeit steht. Dies ist einerseits durch die Rolle als Tor zum Osten bestimmt, andererseits als Standort der Europa- Universität „Viadrina“ und durch die Neuansiedlung großer internationaler Firmen mit positiven Ausblicken für den sehr angespannten Arbeitsmarkt. Extremistische Schmierereien, das Schänden von Gedenkstätten, Fremdenfeindlichkeit sowie Gewalt gegen Andere passen nicht in das Bild einer aufstrebenden Stadt.
Ziel des Projektes ist, der Ausbreitung politisch motivierter Straftaten präventiv und nachhaltig entgegenzuwirken und das Rückfallrisiko in die Straffälligkeit zu minimieren. Bei gewaltbereiten und –auffälligen Jugendlichen, die (noch) nicht politisch motiviert handeln, soll ein Abdriften nach rechts oder links verhindert werden.
Das Kernproblem der Zielgruppe ist grundsätzliche Gewaltauffälligkeit und/ oder die zur Schau getragene Nichtakzeptanz Anderer, die sich in Straftaten äußert. Durch die vielseitigen inhaltlichen Angebote des Projektes sollen die Jugendlichen von der Straße geholt werden. Orientierungslosigkeit, ausgedrückt in Abdriften in Radikalismus und Extremismus, wird durch Bieten vielfältiger Alternativen und Perspektiven, auch über die Integration auf den Arbeitsmarkt, in demokratische Bahnen gelenkt. Wer bewusst die Vorteile der Demokratie genießen (darf), ist für extremistisches Gedankengut weniger empfänglich.
Unser Projekt verknüpft in seinen Schwerpunkten und Inhalten vielfältige Maßnahmen zur gleichzeitigen Entwicklung von Toleranz, Demokratie und Vielfalt mit der Förderung einer beruflichen Perspektive. Wir gehen nicht von den Defiziten der Teilnehmer aus, sondern von ihren Kompetenzen. An den Stärken anzusetzen heißt für uns zunächst, Fähigkeiten und Potentiale der Teilnehmer zu analysieren. In Auswertung dieser Kompetenzen schaffen wir Lernsituationen, in denen die Jugendlichen ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten, ihre blockierten und verschütteten Potentiale an Fantasie, Kreativität, Intelligenz und Interessen ausprobieren und zur Geltung bringen können.
Das Angebot für die Teilnehmer umfasst folgende Schwerpunkte:
Ø Antiaggressionstraining / Coolnesstraining, Ø Entwicklung von Konfliktbewältigungsstrategien, Ø Freizeitbeschäftigungen / Entwicklung eines sinnvollen Freizeitverhaltens, Ø Erlebnispädagogische Maßnahmen, Ø Gespächs-/Diskussionsrunden, Ø Entwicklung eines Heimat-/ Demokratieverständnisses, Ø Gewinnung interkultureller Kompetenz, Ø Förderung einer beruflichen und allgemeinen Lebens- Perspektive, Ø Beratung und Unterstützung bei individuellen Problemlagen, Ø Zusammenarbeit mit externen Partnern.
Inhaltlich beschäftigt sich unser Projekt direkt mit den Jugendlichen und kann daher auch direkten Einfluss auf Auswirkungen des Handels der Projektteilnehmer nehmen. Es werden sowohl Einzel- als auch Gruppenmaßnahmen in begleitender, beratender, informativer, bildender, Perspektiven aufzeigender sowie Freizeit gestaltender und erlebnispädagogischer Form angeboten.
Gruppenbetreuungsmaßnahmen können z.B. sein:
• gemeinsamen Beisammensein (Kochen, Kaffeetafel), • gemeinsame Aktivitäten (Kinobesuche, Vorträge, gemeinsamer Sport), • Kommunikationsstärkung, • Erfahrungsaustausch, • Freizeitgestaltung, • erlebnispädagogische Maßnahmen, • Antiaggressionstraining, Coolnesstraining.
Einzelbetreuung wird in Form von Einzelgesprächen stattfinden.
Zu Beginn ist ein laufender Einstieg der Teilnehmer in das Projekt möglich. Nach vier Wochen soll die Gruppe geschlossen werden, so dass die einzelnen Maßnahmen effektiv durchgeführt werden können. Innerhalb der Gruppe ist es von immenser Bedeutung, dass ein Verhältnis, welches von Vertrauen und Akzeptanz geprägt ist, aufgebaut wird. Dies kann aber nur durch eine in sich geschlossene Gruppe erreicht werden, in der die Teilnehmer nach und nach ihre „starke“ Haltung aufgeben und bereit sind über Änderungen ihrer Verhaltensweisen nachzudenken.
Die Betreuung der Jugendlichen erfolgt begleitend zu ihrer aktuellen Tätigkeit und im Rahmen der Freizeit.
Zeitplan: 11 Monate ab 05.11.07 Die zeitliche Durchführung der Projektinhalte erfolgt nach Bedarf, festgelegt sind nur für Antiaggressions- und Coolnesstraining 80-120 Stunden. Betreut wird von morgens bis abends.
Arbeitsplan: Die Leitung und Durchführung erfolgt durch drei streetwork- erprobte oder in der Arbeit mit gewaltauffälligen sowie links- und rechtsorientierten Jugendlichen erfahrenen Sozialpädagogen/Betreuern. Das Projekt wird tagsüber begleitend zu Schule, Ausbildung oder Arbeit sowie in der Freizeit realisiert. Es erfolgt eine enge, bereits vorab aufgebaute Zusammenarbeit mit dem Amt für Jugend und Soziales, der Arge Frankfurt (Oder), der Polizei und dem Innenministerium des Landes Brandenburg, die dieses Projekt finanziell und anleitend unterstützen. Der Zugang der Teilnehmer erfolgt über Schulen/ Oberstufenzentren, Bildungsträger, die Arge sowie eigene Akquisetätikeiten. Für ausgewählte Inhalte werden professionelle Trainer eingesetzt. Wir nutzen für die Betreuung und die berufliche Orientierung und Qualifizierung die Räume und Werkstätten der TÜV Rheinland Akademie GmbH in Frankfurt (Oder).
Im Ergebnis des Projektes erwarten wir:
Ø Rückgang der Anzahl politisch motivierter Straftaten in der Stadt Ø Minimierung des Abdriftens gewaltauffälliger Jugendlicher nach rechts oder links Ø geringere Rückfallquote bei bereits bekannten Straftätern Ø erhöhtes subjektives Sicherheitsempfinden bei der Bevölkerung und Gästen Ø messbarer Integrationserfolg in den Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt
Frankfurt (Oder) wird bundesweit und international positiver wahrgenommen und als Standort für die Schaffung von Arbeitsplätzen attraktiver.
Beendet am: 30.09.2008
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