Kirchenasyl in Frankfurt (Oder) Drucken E-Mail
Donnerstag, den 09. Februar 2012 um 09:31 Uhr

Khava Amaeva (geb. 1973) reiste am 25.12.11 zusammen mit ihren Kindern Malika (18 Jahre),  Makhmad und Akhmad (beide 13 Jahre) sowie Khedi (drei

Jahre) über Polen kommend illegal in Deutschland ein und wurde in Frankfurt (Oder) von der Bundespolizei aufgegriffen.

Die Flüchtlinge kommen aus Tschetschenien und wurden dort mehrfach mit dem Tode bedroht. Die beiden erwachsenen Frauen leiden sehr unter Verfolgungsängsten. Khava Amaeva gehört als allein erziehende Mutter, die zudem höchstwahrscheinlich traumatisiert ist, zu den besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen gem. Art. 17 I EU-Aufnahmerichtlinie.

Die Bundespolizei versuchte, die Familie am 12.1.12 nach Polen abzuschieben, was daran scheiterte, dass die beiden erwachsenen Frauen wegen psychischer Probleme im Krankenhaus aufgenommen wurden. Khava Amaeva fürchtet sich sehr vor einer Abschiebung nach Polen. Die Anhänger Kadyrovs sind auch in Polen aktiv und bedrohen dort die Flüchtlinge. Die drohende Rückführung nach Polen könnte zur Retraumatisierung und starken Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes führen. Zudem sind die Möglichkeiten der weiteren psychiatrischen und psychologischen Behandlung in Polen sehr begrenzt. Für 20 Aufnahmezentren stehen lediglich fünf Psycholog_innen zur Verfügung. Auch die allgemeine gesundheitliche Versorgung ist mangelhaft.

Gegen den Rücküberstellungsbescheid wurde von der Anwältin Widerspruch eingelegt. Zudem wurde beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ein Asylantrag sowie vor Gericht ein Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz gestellt. Außerdem wurde eine Petition beim Bundestag eingereicht.

Wir wollen, dass Frau Amaeva und ihren Kindern ein faires Asylverfahren und ein Leben in Sicherheit ermöglicht wird. Deshalb sind die Betroffenen vorerst im Kirchenasyl.

Praktische wie finanzielle Hilfe sind notwendig und erwünscht. Die Unterstützung wird von Pfarrerin Katharina Falkenhagen und mir koordiniert. Siehe Spendenaufruf.

 
Der Lokale Aktionsplan Frankfurt (Oder) wird aus Mitteln des Bundesprogramms "TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN" gefördert.
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