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Zug der Erinnerung - ein Rückblick |
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Dienstag, den 11. Mai 2010 um 18:57 Uhr |
Drei Tage, vom 5. bis zum 7. Mai, machte der "Zug der Erinnerung " im Bahnhof von Frankfurt (Oder) Station. Der Zug, der seit drei Jahren als mobile Ausstellung durch Deutschland und Polen unterwegs ist, dokumentiert Schicksale von im Nationalsozialismus mit der Reichsbahn in die Konzentrations- und Vernichtungslager deportierten Kindern. Die Ausstellung beleuchtet auch den Umgang der Deutschen Bahn mit der eigenen Geschichte bis in die Gegenwart.
Die Ausstellung erfüllt zwei Funktionen: einerseits will sie an die Kinder erinnern, die der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik zum Opfer fielen. Andererseits will sie einen Ort der Bildung darstellen. Nur mit dem Wissen um die Grausamkeit des Nationalsozialismus kann dafür gesorgt werden, dass Ähnliches nie wieder geschieht. Mit einer BesucherInnenzahl von über 2500 Personen und 80 Gruppen aus Frankfurt und Umgebung kann die Ausstellung in Frankfurt (Oder) als ein voller Erfolg gewertet werden. Dieser Zuspruch hat die Erwartungen der örtlichen Kooperationsspartner (Utopia e.V. ) bei weitem übertroffen. Vor allem Schulklassen fanden den Weg zum Bahnhof, um sich nach einer thematischen Einführung durch die Pädagogen den Geschichten der ermordeten Kinder zu widmen. Die Reaktionen nach dem Ausstellungsbesuch schwankten zwischen großer Betroffenheit über die Tragödie, die jedes Einzelbeispiel verkörpert, und Wut – Wut über die damaligen Täter einerseits und den heutigen Umgang der Deutschen Bahn mit ihrer Geschichte andererseits. Während die Deutsche Reichsbahn damals an den Deportationen verdiente, verlangt die Deutsche Bahn heute horrende Summen für die Vermietung der Gleise an den "Zug der Erinnerung". Neben der gut besuchten Eröffnungsveranstaltung am Mittwoch, bei der Bürgermeisterin Katja Wolle, Hans-Rüdiger Minow vom Zug der Erinnerung e.V., Janek Lassau vom Utopia e.V. sowie Jakub Molchadski, von der Jüdischen Gemeinde Frankfurt (Oder), Redebeiträge leisteten, fanden, organisiert von Utopia e.V., seit Dienstag begleitende Diskussions- und Filmveranstaltungen, eine Stadtführung sowie ein Konzert statt. Der Zug der Erinnerung machte deutlich, wie wichtig es ist, sich immer wieder mit der Geschichte des Nationalsozialismus zu beschäftigen - auch wenn kein „Zug der Erinnerung“ in Frnakfurt (Oder) Station macht Der Aufenthalt des Zugs der Erinnerung wurde durch viele ehrenamtliche UnterstützerInnen und die Stadtverwaltung ermöglicht. Das Vorhaben wurde finanziell mit Mitteln des Lokalen Aktionsplans unterstützt.
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